Aus dem Verkehr

Es klingt fast wie eine inszenierte Promotion-Story: Ein Tesla-Fahrer entdeckt auf einer deutschen Autobahn ein Fahrzeug mit einem bewusstlosen Mann am Steuer – in voller Fahrt. Er setzt sich kurz entschlossen mit seinem elektrogetriebenen Auto vor den ungesteuerten Stinker und bringt ihn behutsam bremsend zum Stehen. Der andere Fahrer ist inzwischen auf dem Weg der Besserung; der Tesla-Fahrer wird als Held gefeiert; der Autohersteller in Palo Alto verspricht die Übernahme des leichten Blechschadens. Ende der Produktplatzierung.

Helden sind selten. Besonders auf der Autobahn. Dort gibt es die selbsternannten, die auf der Überholspur den Einparksensor des Vordermannes testen; dann die, die den schlummernden "King of the Road" auf der Mittelspur machen; die Rechtsüberholer aus pädagogischen Gründen (um die Schlummerer Mores zu lehren); die Handy-Zücker, wenn’s einen Unfall zu fotografieren gibt. Die alle aus dem Verkehr zu ziehen, wäre auch eine schöne Aufgabe für Tesla-Fahrer. Und eine gute Werbung.

(kurier) Erstellt am
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