Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
27.12.2017

Ohne h

Das sich neigende Jahr war auch vom Einzug neuer Wörter in den Duden geprägt.

Andreas Schwarz | über die Rechtschreibung

Das sich neigende Jahr war auch vom Einzug neuer Wörter in den Duden geprägt. Selfie und facebooken und entfreunden sind unter den rund 5000 Neulingen. Futschikato, gefühlt so alt wie der Duden, ist jetzt auch drin (aber ohne pf). Zudem wurden ein paar Rechtschreibreformsünden revidiert: Majonäse schreibt sich nur noch Mayonnaise, der Tunfisch aber geht ohne und mit h.

Apropos h: Warum sagt man Föhn für den warmen Wind aus den Bergen, der gerade blies, und Fön für den warmen Wind aus dem Gerät, mit dem man die Haare föhnt? Aufklärung: Fön ist der patentierte ( Electrolux) Markenname für das Haartrockengerät. Ihn übernahm der Duden einst zur Unterscheidung vom Bergföhn. Erst seit der Rechtschreibreform 1996 wird der Fön auch Föhn geschrieben. Aufklärung Ende.

Aber, und das ist schön: Kaum wen kümmert’s. Das h wird von Generationen, die als Schüler am stummen h verzagten (und den Thunfisch trotzdem nie ohne h schrüben) trotzig weggelassen beim Fön. Das sei nur als kleines Ätsch! an den allzu beliebigen Duden erzählt.