Kolumnen | Ohrwaschl
04.06.2017

Land am Bade

Wir Österreicher sind eine feuchte Nation. Und da geht es jetzt nicht um unser Verhältnis zu den bekannten drei Weinsorten: Rot/weiß/bitte lieber ein Bier.

Sondern um das zum Wasser, auch „kühles Nass“ genannt.

Schon der Philosoph Rainhard Fendrich wusste: Die Hitze der Stadt ist/im Sommer brutal/da man fürchterlich matt ist/wird das Leben zur Qual/darum strömen die Blassen/zu den städtischen Kassen. Bis zu 3,2 Millionen Besucher werden von den Wiener Bädern jedes Jahr registriert. Gleichzeitig bleibt das private Becken außerhalb der Städte ein Statussymbol. Und was tun die Badeseen in dem allgemeinen Plansch-Boom? Sie erfreuen sich, und zwar großer Beliebtheit.

Der Österreicher schwimmt gerne, sagen Freizeitforscher, und zwar nicht auf der Nudelsuppe daher, sondern im Wasser. Und er liegt, dank Kühltasche gut beschnitzelt und bebiert, in der Wiese und genießt das Gefühl, stets ins Wasser zu können, wenn er wollte. Wir sind ein Land am und im Wasser gebaut.

Komischerweise riechen wir trotzdem manchmal ein bisschen streng (z. B. in der U-Bahn).

Guido Tartarottis neues Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 8. Juni im Casino Baden zu sehen.