über Nordkoreas Namenspolitik
12/05/2014

Hans statt Heinz

von Andreas Schwarz

Das ist so, als dürfte man hierorts zwar Fischer heißen, aber alle Heinze müssten sich Hans oder Manfred nennen.

Andreas Schwarz | über Nordkoreas Namenspolitik

Von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un können sich Staatenlenker dieser Welt noch was abschauen: Weil es nur einen geben kann, dürfen seine Landsleute nicht heißen wie er. Kim schon, das ist der verbreitetste Nachname in Korea. Aber den Vornamen Jong-un mussten alle Jong-uns vor Jong-uns Kür zum Allmächtigsten ablegen. Wenn das stimmt (die Nachricht kommt aus Südkorea), dann ist das so, als dürfte man hierorts zwar Fischer heißen, aber alle Heinze müssten sich Hans oder Manfred nennen. Wobei der Bundespräsident (und Gründer der österr.-nordkoreanischen Freundschaftsgesellschaft) natürlich nicht mit dem steinzeitlichen Diktator zu vergleichen ist. Das mit der Namensänderung geht bei uns auch deshalb nicht, weil es in einer Demokratie viele Häuptlinge gibt. Wenn etwa alle ihre Namen ändern müssten, die so heißen wie die, die Kanzler sind oder es werden wollen, gäb’s keine Sebastians und Reinholds und Heinz-Christians und Werners mehr. Obschon man in manchem Fall über eine Namensungleichheit wieder nicht unfroh wär’.

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