über das marode Zypern
03/17/2013

Geld weg

von Andreas Schwarz

Aber einfach Geld weg – da hat sich die EU wohl ein wenig vergaloppiert

Andreas Schwarz | über das marode Zypern

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und erfahren aus den Nachrichten, dass von Ihrem Bankkonto sieben Prozent zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen abgezwackt werden – und Sie können nix mehr abbuchen, weil alle Bankverbindungen gesperrt sind.

Genau das ist jetzt auf Zypern passiert: Die EU hat ihr Hilfspaket für den über Jahre absolut reformunwilligen, maroden Staat mit der Bedingung verknüpft, dass dort alle, vom Pensionisten bis zum Oligarchen, mitzahlen müssen.

Dieser Tabubruch macht auch außerhalb Zyperns bange. Erst verlor man im Zuge der Finanzkrise mit Fonds und Aktien viel Geld. Dann sanken die Zinsen auf Sparguthaben gegen null. Und jetzt wird erstmals de facto die Einlagensicherung umgangen, indem nicht nur beim reichen Steuerflüchtling, sondern auch beim Sparer kassiert wird – der für die Krise genau nichts kann. Was ist jetzt noch sicher?

Stimmt schon: Europa kann nicht endlos zahlen, wenn’s wo nicht klappt. Aber einfach Geld weg – da hat sich die EU wohl ein wenig vergaloppiert.

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