Ernüchternd

Schon immer unterlagen politische Größen der Versuchung.

Die Nachricht verdrängte diese Woche sogar jene aus den Schlagzeilen, wonach Cathy Zimmermann ihren Fitness-Trainer liebt und ihren Roman Rafreider nicht: Bettina Wulff, ehemals Präsidentengattin, hat Christian Wulff, ehemals Präsidenten, ge-ehemalst.

Die Geschichte erfüllt alle Klischees: Lebenslustige Blondine krallt sich Polit-Aufsteiger. Tummelt sich mit ihm auf dem Society-Parkett. Und tummelt sich, ihm in Buchform eins reinzusagen und ihn zu verlassen, als er fällt. Oder: Politiker verlässt Frau und Kind, um einer Jüngeren zu huldigen. Verausgabt sich (finanziell). Stürzt in ein Loch, in dem ihn vielleicht seine Ex aufgefangen hätte, nicht aber die Neue.

Wie wir bei Georg Markus lesen, war das von Heinrich VIII. bis Thomas Klestil nicht anders, dass politische Größen der Versuchung erlagen; und von Sarkozy bis Berlusconi, dass sich die Mädels dazu fanden. Heißt: In dieser elitären Welt geht’s zu wie bei Rafreiders und Zimmermanns (nur ohne Facebook). Was, wenn man es so benennt, dann doch ernüchternd ist.

(KURIER) Erstellt am
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