Das Ohrwaschl - Verkehrte Welt

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Foto: Stephan BoroviczenyFotografieWien/ViennaAustriacall: +43 6801314644 Das Ohrwaschl - die Glosse von Seite 1: Alternierend verfasst von Andreas Schwarz, Birgit Braunrath und Guido Tartarotti.

Dem Internet vertrauen wir unsere Daten gern und sorglos an - nur bei Polizei und Justiz fehlt uns das Vertrauen.

Kein Aprilscherz: Ab morgen wird alles, was wir im  Internet und am Telefon tun, für ein halbes Jahr gespeichert – auf dass, wenn wir  Böses getan haben könnten, Polizei und Justiz nachschauen dürfen.
Unvorstellbar:  Milliarden Telefonate,  Bank-Transfers,   eMails, die liegen alle irgendwo?  Nein, liegen eh nicht.  Aufgehoben werden nur  Nummern und Adressen, keine Inhalte. –   Datenschützer finden  das trotzdem nicht  lustig: Weil das Vorratsdatenspeicherungsgesetz Lücken hat. Übrigens auch solche, durch die man ihm entgehen kann.
Kurios: Einerseits schicken  wir im täglichen Internetverkehr all unsere Daten und Privatsachen   freiwillig  auf die Reise, im naiven Vertrauen, dass  eh nix passiert (dabei werden sie von Google, Facebook & Co. verramscht). Und bei der Speicherung für Polizei und Justiz werden wir, auch wenn wir nichts angestellt haben, nervös. Weil wir das Vertrauen in Letztere nicht haben. Verkehrte Welt.

Das Ohrwaschl - die Glosse von Seite 1: Alternierend verfasst von  Andreas Schwarz, Birgit Braunrath und Guido Tartarotti.

(KURIER) Erstellt am
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