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24.07.2017

Das Logafeia

Ein Sommer ohne Logafeia wäre damals für mich gewesen, wie ein Sommer ohne Eis.

Mag. Natascha Marakovits | über eine südburgenländische Institution

Sommerferien. Wenn ich daran zurückdenke, kommt mir nicht nur Ausschlafen, das Güssinger Freibad mit den besten Pommes oder Eis essen im Stadtcafe in den Sinn. Nein. Sommerferien bedeuteten vor allem eines: Logafeia-Zeit. Jeden Mittwoch lud Hermann Trummer in seinem Gasthaus in Burgauberg zum Lagerfeuer, wie es auf hochdeutsch heißt. Und jeden Mittwoch pilgerten rund 1000 Südburgenländer und jene, denen der Weg nicht zu weit und die Autofahrt nicht zu lang war, zum Trummer.

Es war eine Institution. Ein Sommer ohne Logafeia wäre damals für mich gewesen, wie ein Sommer ohne Eis. Man kann damit leben, aber nur schwer. Es hätte mir gefehlt. Dabei brauchte es gar nicht viel, das es so besonders machte: ein paar Kisten um Feuerstellen und das war es eigentlich schon. Musik war nur dezent im Hintergrund zu hören. Die Party lebte vor allem von einem: von seinen Gästen. Und nicht zu vergessen vom legendären Erdbeerwein und der Schnapsbar, in der selbstverständlich nur Selbstgebranntes ausgeschenkt wurde.

2015 ist Chef Hermann samt dem Logafeia in Pension gegangen. Es war seine letzte Saison. Anfang des Jahres hat nun Sohn Paul das Gasthaus übernommen. Logafeia gibt es keines. Stattdessen gab es unlängst ein Gartenfest. Wie damals im Obstgarten. Nur die Prioritäten haben sich geändert: Live-Musik statt Hintergrundmusik aus aufgestellten Boxen und Grillspezialitäten statt den Hunger mit Erdbeerwein zu stillen.

Doch ganz ist es dann doch nicht verschwunden. Das Lagerfeuer ist nach Oberwart gewandert. Nun heißt es "Sommer-Mittwoch", kurz "SoMit". Ort des Geschehens ist ein Innenhof eines Tanzlokals. Streetfood wie Burger und Hotdogs sollen Südburgenländern den Besuch schmackhaft machen.

Ob es funktioniert? Kann ich nicht sagen. Nur eines steht fest: Der Charme des echten Logafeias kann nicht ersetzt werden. Zumindest nicht in meinen Erinnerungen, die – vielleicht versüßt vom Erdbeerwein – ewig anhalten werden.

eMail: natascha.marakovits@kurier.at