Öffi-Fahren ohne Kopfhörer
02/24/2016

Zweite Kopfhörer, bitte!

von Julia Schrenk

"Steigen Sie auuuuuss?", ruft die Frau. Die Station Landstraße ist noch drei Kilometer entfernt. Mindestens.

Julia Schrenk | Öffi-Fahren ohne Kopfhörer

Bei der Wohnung raus, die Kopfhörer rein. Das tägliche Frühprogramm. Und das ergibt Sinn. Dann muss man in den Öffis nämlich nicht Gesprächsfetzen hören, die man nie hören wollte. Die einen verwirren oder ratlos zurücklassen, wenn man die Kopfhörer nur ein einziges Mal vergessen hat. Gesprächsfetzen wie:

"Mama! Wir fliegen! Mama, du musst aufpassen! Wir fliegen!", sagt ein kleiner Bub zu seiner Mutter. Dann die Durchsage: "Landstraße. Umsteigen zu den Linien. U3. U4. 74A."

Dann wieder der Bub: "Landstraße? Waren wir da schon Mal, Mama? Wir sind doch in Wien. Mama!"

Während der Bub in der Straßenbahnlinie O seiner Mutter ein Loch in den Bauch fragt, rempelt sich eine ältere Frau mit Rucksack und Tasche und Sackerl den Weg vom Fensterplatz zur Tür. "Steigen Sie auuuuuss?", ruft die Frau von hinten nach vorn. Die Station Landstraße ist noch drei Kilometer entfernt. Mindestens. Bekanntlich steigen eh nur 99 Prozent der Fahrgäste bei der Landstraße aus.

Da wird mir plötzlich eines klar: Die Menschen, die in der Bim "Steigen Sie aus?" rufen, obwohl man eh schon bei der Türe steht, sind wohl dieselben Menschen, die beim Billa "Zweite Kassa, bitte!" schreien.

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