über die Willkommenskultur für Flüchtlinge
10/14/2015

Winter is coming

von Julia Schrenk

Ob wir in Wien wirklich so super sind, wird sich erst jetzt zeigen. Jetzt, wo es nass, kalt und graulich ist.

Julia Schrenk | über die Willkommenskultur für Flüchtlinge

Vermutlich haben Sie’s schon bemerkt, aber ich sage es sicherheitshalber noch einmal dazu: Der Sommer ist vorbei, schönen Herbst gab es heuer irgendwie keinen, und jetzt ist es nass, kalt und grauslich. So gar nicht einladend.

Und während wir uns überlegen, ob wir uns ein Stück Lebkuchen oder ein Spekulatius zum Tee auf der Couch gönnen, sind noch immer Tausende Flüchtlinge unterwegs.

Aber das mit der Willkommenskultur war im Sommer irgendwie einfacher (da nehme ich mich selbst gar nicht aus). Da packt man schnell einmal ein Ikea-Sackerl mit Kleidung, die man ohnehin nicht mehr tragen will. Und da stellt man sich gerne ein paar Stunden auf den Bahnsteig am Westbahnhof, winkt den Flüchtlingen freundlich zu, applaudiert ein bisschen und teilt ein paar Bananen aus. Schließlich will man dabei sein, wenn Wien seine beste Seite zeigt.

Aber ob wir in Wien wirklich so super sind, das wird sich erst jetzt zeigen. Jetzt, wo es nass und kalt, grauslich und so gar nicht einladend ist. Es kommen nämlich noch immer Flüchtlinge am Westbahnhof an. 2000 jeden Tag. Übrigens auch am Hauptbahnhof. Und die brauchen zumindest Hauben, Decken, warme Jacken, warme Schuhe. Applaudiert wird ohnehin schon länger nicht mehr.

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