Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
21.09.2015

Wiener Kinderschätzchen

Damit die Kinder auf der Flucht etwas besitzen, an das sie sich klammern können.

Mag. Uwe Mauch | über die Kinderschätzchen

Es sind Menschen wie sie, die meine Liebe zu Wien aufrecht erhalten: Anna Wexberg-Kubesch hat ihren Freundes- und Bekanntenkreis vor drei Wochen gebeten, ihr "etwas Kleines für die Kinder" zukommen zu lassen. Damit die Kinder auf der Flucht etwas besitzen, an das sie sich klammern können. " Kinderschätzchen", so nannte die Wiener Psychotherapeutin und Historikern ihre private Initiative.

Viele wollten etwas geben. Sodass ihre Praxis beim Naschmarkt bald einem Spielzeugladen glich. Und dann die ersten leuchtenden Kinderaugen! Die Buben auf dem Wiener Hauptbahnhof und im Flüchtlingslager Traiskirchen freuten sich vor allem über ein kleines Matchbox-Auto oder eine Playmobil-figur, die Mädchen über kleine Püppchen, Tierchen, Armreifen, Spangerln, Gummibällchen. Als unisex bezeichnet die Helferin – mit einem Lächeln – die Schlüsselanhänger-Spenden.

Anna Wexberg-Kubesch hat ein berührendes Buch über die Kindertransporte während der NS-Zeit nach England geschrieben. Derzeit macht sie mit ihrer Kartenaktion NEVER. FORGET. WHY? auf jene 15.000 ermordeten Kinder und Jugendlichen aufmerksam, die durch die Hölle von Theresienstadt mussten. Diese Geschichte darf sich nicht wiederholen.