Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
27.04.2017

Danke, Franz!

Wenn wir schlecht waren, und wir waren oft schlecht, sprach er mit uns in einer Sprache, die alle verstanden.

Mag. Uwe Mauch | über einen großen Pädagogen

Wenn wir schlecht waren, und wir waren oft schlecht, sprach er mit uns in einer Sprache, die alle verstanden. Gut in Erinnerung ist mir noch folgender Wachrüttler: „Waun eich ana frogd, ob’s kicken kennds, sogds ,Joo’, mit’n Schädl deit’s owa ,Naa’.“ Dabei verdrehte er seinen Kopf so sehr nach links und nach rechts, dass er seine Brille mit einer Hand vor dem drohenden Abflug bewahren musste.

Von Menschen wie dem Klinger-Franz und seinem Bruder, dem Klinger-Fritz, habe ich mehr fürs Leben gelernt als von den meisten meiner Lehrer im Gymnasium.

Nach jedem Donnerstag-Training gab es im engen Vereinssekretariat, das mit zahlreichen Wimpeln und Pokalen geschmückt war, die obligatorische „Spieler-Besprechung“. Als Jungspund bei FS Elektra durfte ich schon früh erfahren, was das praktisch bedeutet: Fairness, Selbstbewusstsein, Teamgeist und die Fähigkeit, seinen Platz in einem Team zu finden.

Warum ich dem Klinger-Franz mehr glauben wollte als der Oberstudienrätin für Latein? Wahrscheinlich, weil er für alles, was er uns beibrachte, keinen Groschen verlangte. Er wollte nur das, was ihm seine Fußball-Lehrer schenkten, an Jüngere weiter geben. Am kommenden Donnerstag wird er begraben.

Danke, Franz!