Kolumnen | Meine Stadt
08.06.2017

Begegnung mit Zwingli

Morgen am Vormittag lerne ich den Pfarrer Thomas Hennefeld kennen, er ist der Landessuperintendent der Evangelisch-reformierten Kirche in Österreich. Und am Abend lese ich in der Reformierten Stadtkirche in der Dorotheergasse – im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen.

Im Lutherjahr 2017 haben wir viel über die Evangelischen nach dem Augsburger Bekenntnis erfahren. Doch wer genau sind die anderen, die mit dem Helvetischen Bekenntnis?

Gestern habe ich in mein Notizbuch geschrieben: Die Reformierten sind eine Minderheit innerhalb der evangelischen Minderheit. Heute zählen ihre neun Gemeinden in Österreich gerade einmal 13.000 Mitglieder, das entspricht nur etwa 0,15 Prozent der Bevölkerung. Einer ihrer Reformatoren heißt Ulrich Zwingli. Der weilte als Student kurz auch in Wien, und zwar im Wintersemester 1498/99.

Die Reformation von Zwingli, Johannes Calvin und anderen weist bei vielen Gemeinsamkeiten mit der lutherischen (Geistliche und Weltliche sind gleichberechtigt, Frauen können auch Pfarrerinnen werden) auch einige gravierende Unterschiede auf: So wollten sie in ihren Kirchen nur das sehen, was ausdrücklich in der Bibel stand. Kirchenschmuck sucht man daher vergeblich. Auch gut, ich bin schon gespannt.