über den Weltfrauentag
03/08/2017

#Frauentagfails

von Julia Schrenk

Heute geht es nicht um hübsche Kleidung und Blumen

Julia Schrenk | über den Weltfrauentag

Die Supermarkt-Kette Spar postete heute ein Foto von einem Spritzwein mit Minze und Limette auf ihre Facebook-Seite. Der Einzige, der Frauen wirklich versteht, stand daneben. Spar hat den Post mit einem Kommentar versehen: Wir wünschen allen Frauen einen schönen Weltfrauentag. Wisst ihr, welchen Herren wir suchen?

Ja, genau. Ein Hugo, dekoriert mit ein bisschen Sexismus, ist das, was Frauen am heutigen Weltfrauentag brauchen. Und zwar circa so dringend, wie zehn Prozent Rabatt im Designer-Outlet Parndorf oder 20 Prozent Ermäßigung im Fanshop von Rapid. Unter dem Hashtag #frauentagfails wurden die plumpesten Glückwünsche zum Weltfrauentag in einem Tumblr gesammelt: Bei Penny waren heute Blumensträuße vergünstigt (um 20 Cent), die Bank Ing-Diba feierte den Weltfrauentag mit einer Erklärung an Männer, dass Make-up für Frauen leider teuer ist, und die Therme Wien postete ein Foto von einer Frau auf einem Liegestuhl, die von einem Mann angestarrt wird.

Es wundert mich, dass es sich noch nicht herumgesprochen hat, aber: Heute geht es nicht um hübsche Kleidung und Blumen. Auch nicht um Shopping-Rabatte oder Wellness-Tage. Es geht darum, darauf hinzuweisen, dass viele Frauen bei gleicher Leistung noch immer nicht so viel verdienen wie Männer. Dass Frauen im Job gefragt werden, ob sie vorhaben, schwanger zu werden. Dass sie oft keine Wahl zwischen Kind und Karriere haben - einfach weil es nicht genug Kinderbetreuungsplätze gibt.

Wenn diese Ungerechtigkeiten behoben sind, können wir uns gerne über Shopping und Blumen unterhalten.

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