über das Burgtheater
04/22/2014

Wechselkurs

von Gert Korentschnig

Noch wichtiger als der Schaffner ist aber vorerst einmal der Kurs.

Gert Korentschnig | über das Burgtheater

Seit einem Monat ist Karin Bergmann die neue Chefin am Wiener Burgtheater. Seit zehn Tagen läuft die Ausschreibung für die Direktion ab 2016. Und seit drei Tagen kennt man nun auch die Findungskommission, die Kulturminister Josef Ostermayer im Herbst einen Vorschlag unterbreiten soll: Gert Voss, Hermann Beil, die Aufsichtsräte Dieter Strasser und Susanne Moser sowie die Grazer Operndirektorin Elisabeth Sobotka und der Regisseur Götz Spielmann.

Soweit die Formalismen, die einzuhalten so wichtig ist, weil ja gerade am Burgtheater zuletzt viel zu wenig eingehalten wurde.

Viel wichtiger als die Frage, wer die größte deutschsprachige Bühne nominell fürderhin leiten wird, sind aber finanzielle Fragen. Und strukturelle. Und inhaltliche. Wie wird das Theater, das zuletzt einen Bauchfleck in ökonomischer Hinsicht produzierte, einen richtigen Fritzelacke, künftig budgetär ausgestattet sein? Wie hoch ist der Bilanzverlust 2012/’13 tatsächlich – 13 oder 19 Millionen Euro? Wann beginnen die simpelsten buchhalterischen Maßnahmen, die einzuführen gerade erst begonnen wurde, zu wirken? Vor allem aber: Was muss, kann, soll, darf ein Nationaltheater dieses Ranges heutzutage machen, leisten, bewirken, erreichen?

Wegen des akuten Handlungsbedarfes ist es gut und richtig, dass rasch die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Noch wichtiger als der Schaffner ist aber vorerst einmal der Kurs.

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