Refundierung

Würde das Programm denn um so viel besser, wenn er weiterhin die zusätzlichen Millionen bekäme?

Gert Korentschnig | über Gebührenrefundierung

Der ORF, der Oberste Refundierungs Ferdl, schlägt wieder einmal Alarm. Wenn er die aufgrund der Gebührenbefreiung sozial schwacher Haushalte entgangenen Millionen (zuletzt 160 in vier Jahren) nicht auch fürderhin bekomme, werde sich vieles ändern müssen.

Die konkreten Drohgebärden beziehen sich auf Personalmaßnahmen, aber auch auf das Programm, das man im Fall des Falles reduzieren müsse. So wurde am Dienstag die Zahl von 20 Millionen Euro genannt, um die sich – bei Nicht-Refundierung – die Investitionen in die Filmwirtschaft verringen würden. Nicht zum ersten Mal wird damit der österreichische Film in Geiselhaft genommen. Klingt alles sehr kompliziert, lässt sich aber recht simpel auf den Punkt bringen: Mehr öffentliches Geld für den ORF oder weniger eigenes Programm. Nun gibt es zurzeit wohl kein Massenmedium – egal ob elektronisch oder im Printbereich –, das nicht sparen muss.

Der ORF verknüpft diese Auflage aber zum wiederholten Male mit politischen Forderungen. Und man muss sich fragen: Würde das Programm denn um so viel besser, wenn er weiterhin die zusätzlichen Millionen bekäme? Ist der öffentlich-rechtliche Auftrag nur zu erfüllen, wenn es immer mehr Geld gibt? Füttert man also einen vom Aussterben bedrohten Dinosaurier mit immer größeren Rationen? Vor allem aber: Wie sieht die televisionäre Refundierung aus? Ist das Programm all das Geld wert?

Erstellt am 06.03.2013