über die künstlerische Bilanz der Ski-WM in Schladming.
02/17/2013

Ligety und Ligeti

von Gert Korentschnig

Das sogenannte Rahmenprogramm war provinziell und ski-hütten-adäquat.

Gert Korentschnig | über die künstlerische Bilanz der Ski-WM in Schladming.

Wenn die Ski-WM in Schladming am Sonntag zu Ende geht, fällt die künstlerische Bilanz leider dürftig aus:

Das sogenannte Rahmenprogramm war provinziell und ski-hütten-adäquat. Weltoffenheit und Strahlkraft, wofür zuletzt etwa London bei den Olympischen Spielen gerühmt worden war, hatten in den Bergen zu wenig Platz.

Dafür ist ein Name in den Mittelpunkt gerückt, der es verdient: Ligety. Jener Träger dieses Namens, von dem gleich die Rede sein wird, schreibt sich zwar etwas anders, nämlich mit „i“ statt mit „y“ am Ende, und heißt mit Vornamen György statt Ted. Es wird aber nicht wenige Musikliebhaber gegeben haben, die sich jedes Mal freuten, wenn es bei den Übertragungen hieß: Und wieder war Ligety der Beste. Ein würdiger König seines Genres – der eine wie der andere.

György Ligeti, 1923 geboren, war ein Komponist rumänisch-ungarischer Herkunft (auch die Familie von Ted kommt aus Ungarn). 1956 musste er nach Wien fliehen, wo er sich niederließ und bis zu seinem Tod im Jahr 2006 zu einem der wichtigsten Repräsentanten der Neuen Musik wurde. Nicht nur seine Oper „Le Grand Macabre“ ist weltmeisterlich. Als Nächstes ist ein Ligeti-Werk (sein Streichquartett Nr. 1) am Dienstag im Musikverein zu hören. Es spielt das Ensemble Quatuor Voce aus Frankreich. Ligety und französische Solisten – zuletzt unschlagbar.