über die "Opernpassag"
03/14/2013

Künstlrisch Frihit

von Georg Leyrer

Und es hat nur zwei Wiener Behörden gebraucht, dass Recht und Ordnung wieder hergestellt wurde.

Georg Leyrer | über die "Opernpassag"

Es braucht nur ein fehlendes „e“, um die Stadt Wien in ihrer so liebenswerten wie skurrilen Einzigartigkeit zu erklären. Das „e“ fehlt der Opernpassage: Die Ringstraßen-Unterführung ist seit Jahren als „Opernpassag“ angeschrieben, und als geübter Korrekturleser kann man da beim Spazierengehen schon mal ins Stolpern geraten.

Auch das Kontrollamt ist nun ins Stolpern geraten, und hat bei der Magistratsabteilung 28 (Straßenbau und Straßenverwaltung) angefragt, was denn da los sei.

Die amtswegige Erklärung: das damalige Planungsbüro bestand einst auf künstlerischer Freiheit.

Es wäre nicht Wien, würde das nicht zu „permanenten Beschwerden“ über das fehlende „e“ führen, die die MA 28 entgegennehmen musste. Aber Abhilfe naht: Die Beschriftung wird nun ausgetauscht, das „e“ beigefügt.

Und es hat nur zwei Wiener Behörden gebraucht, dass Recht und Ordnung wieder hergestellt wurde.

Beglückt von dieser Gewissheit schlendert man vom Karlsplat über die Kärntner Straß zum Stephansdo. Vielleicht schafft man es, energetisiert von so viel Verwaltungseffizienz, gar bis zur Urani?

Künstlerische Freiheit, naja. Um das Kontrollamt zur Arbeit anzuregen, gäbe es jedenfalls viel bessere Möglichkeiten der sanften orthografischen Eingriffe.

Weinfluss, etwa, oder Staatsopa. Wer traut sich?

georg.leyrer@kurier.at

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