Kolumnen | Knecht
01.06.2017

Knallig wie mit drei Instagram-Filtern

Sommer. Mango-Eis. Bei weit offenem Fenster schlafen. Der Sound der Ballkäfige. Das Kongressbad. Das Buffet vom Kongressbad. Freibäder überhaupt. Und kalte, grüne Seen. Süße Pfirsiche, ihr Saft, der einem über die Hände tropft. Marillen. Paradeiser, die wie Paradeiser schmecken: süß und dicht mit Aromen.

Caprese! Und noch mehr Caprese, das wunderbarste und schönste Sommeressen; Italien auf dem Teller. Und Salate überhaupt. Und zum Nachtisch Heiße Liebe; oder kaltes griechisches Jogurt mit den ersten Erdbeeren. Eiskalte, rosa Sprudelgetränke, abends am Balkon oder im Schanigarten. Ohne Jacke aus dem Haus gehen. Radfahren, abends und nachts, im Sommerkleid, die kühle Brise. Abends über den Brunnenmarkt zum Yppenplatz gehen. Am Yppenplatz einen Tisch finden.

Einen Sessel in einen Bach stellen, wenn die Sonne untergeht, und mit den Füßen im Wasser ein kühles Bier trinken. Mit dem Rasenmähen fertig sein. Unter Lichterketten sitzen. Sandalen. Flipflops. Solarlichterketten zwischen Bäumen, die die ganze Nacht durch leuchten. Grillen mit Freunden, Gemüsewürfel auf Spieße spießen, Fleisch mit den Händen marinieren, in Olivenöl, zerquetschtem Knofel und Zitronenscheiben, Anzündkamine. Lagerfeuer unter einem Landhimmel, wie man ihn in der Stadt nie zu sehen bekommt. Fledermäuse in der Abenddämmerung. Die Farben, die von der Sonne aufgefettet werden wie von drei Instagram-Filtern. In der Früh barfuß durch eine feuchte Wiese laufen (und nicht auf eine Nacktschnecke treten) und gerade noch den Bäcker mit seinem Lieferwagen auf der Straße erwischen. Semmerl mit frischer, selbst gemachter Marillenmarmelade.

Der Donaukanal in einer lauen Sommernacht, von einer Brücke aus gesehen. Kleine Kinder, die mit Bällen spielen. Der Geruch von Gelsenspray. Der Geruch von Deo. Zum irren Gezwitscher der Amseln aufwachen. In der Erde wühlen, Dreck unter den Nägeln haben. Erdbeer-Combino. Sommer, endlich.