über Fußballsprache.
06/27/2017

Wo bleibt der Goimau?

von Guido Tartarotti

Der Torhüter hütet das Tor, damit es nicht davonläuft.

Guido Tartarotti | über Fußballsprache.

Immerhin: Der wenig populäre Confed-Cup bietet wenigstens Gelegenheit zum Sprachvergleich.

Im österreichischen Fernsehen heißt die Person, welche den Ball am Betreten des Tores zu hindern hat, Tormann. Ein Begriff, der interessanterweise noch nichts über die Funktion aussagt: Ein Tormann kann jeder sein, der sich vor oder in einem Tor aufhält, also auch ein Portier, ein Wartender oder ein Schlüsselsucher.

Im deutschen Fernsehen heißt der Tormann Torhüter: Er hütet das Tor, damit es nicht davonläuft, entwendet oder beschädigt wird. Manchmal sagen die deutschen Kommentatoren auch Torwart, also so etwas Ähnliches wie ein Hauswart. Er hält das Tor sauber, sperrt es zu, und falls jemand einen Ball hineinschießen will, meldet er das der Hausverwaltung, denn Fußballspielen ist in der Wohnhausanlage nicht gestattet – „jawoll, mein Torwart!“

Leider nur noch selten zu hören: Keeper (das Fußball-Österreichisch war einmal mit vielen englischen Begriffen durchsetzt) und Goimau. Der Goimau ist der Beste.

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