Wer rechnen kann, gewinnt

Silvester. Wir sprechen die „Ein echter Wiener geht nicht unter“-Folge mittlerweile im Chor mit. Zum Glück spielt der ORF die Silvesterfolge jedes Jahr. Nicht auszudenken, vergäße er einmal darauf – das neue Jahr würde sich glatt weigern, zu beginnen.

Skispringen. Ebenfalls obligatorisch zu Jahresbeginn. Das Schöne am Skispringen war einmal: Im Gegensatz zum Alpinen Skisport konnte man mit freiem Auge sehen, wer gewinnt – der, der am weitesten springt und dabei mit Telemark landet. Heute muss man Mathematik-Experte sein, um aus Weite, Windpunkten, Lukenpunkten und Haltungsnoten den Sieger zu errechnen. Die Folge: Fiele der ORF-Computer einmal aus, hätte man keine Ahnung mehr, wer gewinnt. Ähnlich ist es ja auch bei Skifahr-Übertragungen: Die eingeblendete Uhr ist wichtiger als das Bild des Fahrers. Die Sekundärinformation überstrahlt das Ereignis selbst.

(KURIER) Erstellt am
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