über Medienkonsum und Politik.
06/25/2016

Vorurteilsschleuder

von Georg Leyrer

Aufgeklärte Weltoffenheit und Internet sind kein Widerspruch.

Georg Leyrer | über Medienkonsum und Politik.

Es ist das herablassende Abkanzeln der Jugend so langweilig wie ärgerlich, und der Brexit hat wieder gezeigt, warum. Entgegen all dem Geraune von der Entpolitisierung, vom Rückzug einer desinteressierten Jugend ins Sch***-Internet, haben die jungen Briten mit großer Mehrheit für einen Verbleib in der EU gestimmt. Keine Rede von neu-biedermeierlichen Rückzug ins Private: Die jungen Briten wollten Europäer bleiben.

Keine Rede also auch davon, dass der vorwiegende Konsum neuer Medien – wie bei den Jungen üblich – Vorurteile verstärkt und zu mentaler Verengung führt. Aufgeklärte Weltoffenheit und Internet sind kein Widerspruch. Das ist eine Zukunftsfrage für die öffentlich-rechtlichen Sender. Die gibt es nämlich eigentlich – jetzt nicht lachen! –, um abseits kommerzieller Notwendigkeiten Information zu bieten, die unparteiisch und ausgewogen den Bürgern ermöglicht, ein fundiertes Weltbild zu formen.

Wer kann es aber den jungen Menschen verdenken, dass sie sich für einen öffentlich-rechtlichen Sender immer weniger interessieren, der im Frühstücksfernsehen lieber den Blick auf die hiesigen Empfindlichkeiten gesenkt hält als ausführlich über den eben ausbrechenden Brexit zu berichten; der am Tag nach der EU-Abstimmung in Großbritannien keinen englischsprachigen Simultandolmetsch bei der Hand hat? Wozu Fernsehen, wenn über alle Online-Kanäle ohnehin Hochkarätiges herbeiströmt?

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