Traurige Fanatiker

Fanatiker sind ja nicht immer bedrohlich.
Manchmal sind Fanatiker auch einfach nur lieb und ein bisschen lächerlich. Und traurig.

Die „Am Schauplatz“-Reportage „Wunder gibt es immer wieder“ zeigte solche. Billige Scharlatane, die vortäuschen, die Jungfrau Maria zu sehen, und dabei schlechter spielen als Fiona im Dschungelcamp, wenn sie so tut, als sei 25 Grad warmes Wasser eiskalt. Harmlose Spinner, die glauben, sie könnten alltägliche Ereignisse durch Beten beeinflussen (ich kenne eine alte Dame, die betete für die Mathematikmatura ihrer Enkelin – für Englisch ließ sie ihre Schwester beten, Gott könne pro Fach nur einem Menschen zuhören, fand sie). Oder ein Ehepaar, das seinen Hof verlottern lässt, weil es unablässig betet, um Krankheiten zu bekämpfen. Es gibt übrigens eine Studie, wonach Kranke, für die gebetet wird, früher sterben – weil sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Und weil sie Angst kriegen: was? Die Beten? So schlecht geht es mir?

(KURIER) Erstellt am
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