Sir Helmut

Stil ist möglich: sogar im Maden-Camp.

Guido Tartarotti | über Helmut Berger

Schon klar: Der gesamte Auftritt von Helmut Berger im RTL-Dschungelcamp war vermutlich ein Schmäh. Jede Wette, es war von Anfang an klar, dass der nur ein, zwei Tage drinnen bleiben muss, um die Quoten zu heben, und dann unter einem Vorwand rausgeholt wird. Es war ja auch auffallend schnell ein Ersatzmann da (irgendein Kurt oder Klaus oder Karl), der dann die lächerliche Behauptung aufstellte, er komme gerade aus der Wüste, „von den Aborigines“. Vermutlich stand Berger sogar außerhalb des Kamera-Schwenkbereichs ein Sauerstoffzelt mit Survival-Paket (Kaviar- und Wodka-Notration, Feuchtigkeitscreme) zur Verfügung.

Aber eines muss man sagen: Der Kerl ist großartig. Inmitten dieser geballten Ladung an Dummheit, Verhaltensoriginalität und Egotrips wirkte der verwitterte Ex-Weltstar wie ein Sir. Als ein anderer Kandidat sexuelle Details referierte, sagte Berger nur: „Jetzt werden wir ein wenig gewöhnlich.“ Stil ist möglich: sogar im Maden-Camp.

Erstellt am 13.01.2013