über Otto Schenks "Notlösung".
06/18/2016

Notlösungen

von Guido Tartarotti

Wir sind alle nur Annäherungen an unseren Entwurf.

Guido Tartarotti | über Otto Schenks "Notlösung".

Unlängst stand hier ein Satz von Otto Schenk zu lesen, den dieser in den „Seitenblicken“ gesagt hatte. Er lautete: „Ich betrachte mich als Notlösung meiner selbst.“ Das sei ein Satz, der es wert sei, über ihn nachzudenken, formulierte Ihr Kolumnist dazu.

Jetzt, drei Tage später, ist der Nachdenkvorgang zu einem vorläufigen Endergebnis gekommen. Möglicherweise meint Schenk damit, sein Leben sei eine Lösung, aus der Not geboren. Angesichts von zu wenigen (oder auch zu vielen) Möglichkeiten habe er sich dazu entschlossen, den ein wenig windigen, aber beglückenden Beruf des Spaßmachers auszuüben. Frei nach dem Motto: Es ist ein dreckiger Job, aber jemand muss ihn ja machen. Vielleicht meint Schenk aber auch: Wir sind alle nur Notlösungen, nur mehr oder weniger erfolgreich gescheiterte Annäherungen an den Entwurf, als der wir zur Welt kommen.

So viel zu der Behauptung Ihres Kolumnisten, die „Seitenblicke“ seien in Wahrheit ein Philosophie-Proseminar in Tratschsendungs-Tarnung.

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