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27.11.2017

Kinder-Online-TV

Da werden die Lieblinge der Kids plötzlich bösartig gequält.

Philipp Wilhelmer | Finger weg von YouTube für Kinder

Liebe Eltern! Lassen Sie die Finger von YouTube für Kinder. Auf dem Videoportal gibt es zwar verlässlich zahllose Zählreime, Animationsfilme und beliebte Helden. Aber: Man weiß nicht, wo man hingerät. Seit längerem kursieren Horrorgeschichten (für die Kleinen unter uns) über Zeichentrickserien mit bekannten Gesichtern, die auf den ersten Blick wie das Original aussehen, aber absurde bis bösartige Geschichten erzählen. Da werden die Lieblinge der Kids plötzlich bösartig gequält oder haben Sex miteinander.

Was das Thema bei YouTube aus Elternsicht besonders schwierig macht: Der Videodienst schlägt selbsttätig weitere Videos vor, die automatisch und sofort starten. Da kann das Kind schon einmal von der lieben Peppa Wutz zu einer Folge kommen, in der sie beim Zahnarztbestialisch gequält wird, wenn man nicht daneben sitzt.

Die nächste harte Nachricht kommt von Netflix: Dort wird Schritt für Schritt das Disney-Inventar aus dem Programm genommen, weil der Unterhaltungskonzern „Frozen“ und Co. lieber auf einem eigenen Streamingdienst zeigen will. „Eiskönigin“ Elsa ist beispielsweise in Österreich nur mehr bis 1. Dezember auf Netflix verfügbar, ebenso wie beispielsweise „König der Löwen“. Das kann liebgewonnene Fernsehgewohnheiten ordentlich durcheinanderwirbeln. Sollten Sie in den kommenden Tagen also lautes Kriegsgeheul aus meiner Wohnung hören, liegt das womöglich daran, dass wir auch keine passende DVD haben.