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09.04.2012

Im Bild: Zu viel "Tatort"

Der erste Doppel-"Tatort" überhaupt leidet an einer alten "Tatort"-Krankheit: Es wird zu viel gleichzeitig erzählt.

Der erste Doppel-" Tatort" überhaupt: Die Teams aus Leipzig und Köln ermitteln zwei Folgen lang gemeinsam, um Morde im Babystrich-Milieu aufzuklären. Das ist zunächst einmal reizvoll, vor allem, weil Simone Thomalla und Martin Wuttke (Leipzig) sowie Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt (Köln) sehr gute Schauspieler sind. Da wird lustvoll geflirtet und ebenso lustvoll eine Männerfeindschaft mit Nasenbluten zelebriert. Die Geschichte selbst laboriert, wie immer beim "Tatort", an einer Über­dosis Drehbuch-Gräue – außer furchtbar ist alles außerdem noch hoffnungslos. Zudem, und auch das ist eine alte "Tatort"-Krankheit, wird viel zu viel gleichzeitig erzählt: Die Geschichte eines Mädchens, das draufkommt, dass seine Mutter gar nicht seine Mutter ist. Und die Geschichte eines Vaters, der zum Mörder wird, weil er die langsame Auflösung seiner Familie nicht erträgt. Und die Geschichte eines Dreckskerls, der die Notlage obdachloser Mädchen sexuell ausnutzt. Und die Geschichte eines offenbar nicht ganz dichten Serienmörders. Falls die vier Kommissare nebenbei auch noch ein Kätzchen vom Baum retten, würde es mich nicht überraschen.