Im Bild: Verdrängen, bitte!

Im Bild: Verdrängen, bitte! © Bild: Stephan Boroviczeny

Verdrängungsprozess! Bitte schnell einsetzen!

Kurz vor seiner überraschenden Kür zum ORF-Generaldirektor kündigte der neue alte Chef Alexander Wrabetz an, er möchte weniger US-Serien spielen. Eine Drohung oder ein Versprechen? Das kommt ganz drauf an, was er stattdessen spielt. Die Erinnerung an die Anfänge von Wrabetz' erster Amtszeit sagt: Das kann eine Drohung sein! Eine gefährliche für die, die sich an "Mitten im Achten" erinnern. Wer sich nicht dran erinnert: In der Tiefenpsychologie heißt der Vorgang, durch den wir vergessen, was wir nicht wahrhaben wollen, Verdrängung. Freilich, man soll nicht alle österreichischen Serien in den Verdrängungstopf werfen. Es gibt viel Gutes. Und manchmal funktioniert es ja auch umgekehrt. Statt zu verdrängen, wird verklärt. Man glaubt, dass jeder einzelne "Kottan" großartig war. Schon der Name "Hartlgasse" ist wie Musik in den Nostalgie verklärten Ohren. Dann schlägt die Realität zurück. Es ist Dienstagabend. Nehmen wir an, man hätte kein Kabelfernsehen. Und man könnte partout keine Naturserien ausstehen. Dann müsste man "SOKO Kitzbühel" schauen. Ermittlerin Karin Kofler in der Pochlaner-Stuben. Verdrängungsprozess! Bitte schnell einsetzen!

Erstellt am 05.12.2011