Meinung | Kolumnen | Im Bild
10.01.2012

Im Bild: Moralisch weit vorn

Wir sind die moralischen Sieger. Immer.

Kürzlich bei einer Sportübertragung. Ein nordischer Kombinierer aus Österreich kombiniert nordisch als Führender auf die Ziellinie zu, fällt hin und wird nur Dritter. Der ORF -Reporter drückt auf die Wehklage-Taste, greint, heult, zähneklappert – um dann schlagartig in folgendem Satz Frieden zu finden: „Aber Österreich ist der moralische Sieger.“

Hoffentlich wissen das die Norweger, die das Rennen gewonnen haben, auch: Wer uns besiegt, ist vielleicht der Gewinner, aber ein unmoralischer.

In „Das Geschäft mit der Liebe“ auf ATV – der wahrscheinlich derzeit widerlichsten Fernsehsendung überhaupt – beklagte ein Boxtrainer, dass die Frauen heute nicht mehr von Männern abhängig seien: „De Fro hot a Auto, de Fro hot a Wohnung. Fia wos braucht de an Mo? Se hot an Vibrator und Batterien.“ Und ein Jungbubi erklärte, wie seine letzte Beziehung abgelaufen sei: „I hob g’sogt, one night stand, an Wetzer, gemma, ja oder nein?“

Wir sind, falls es heute noch nicht erwähnt wurde, moralische Sieger. Immer.

Aus einer ORF -Sportübertragung: „Da ist ihm das Herz in der Hose aufgegangen.“ Noch moralischer geht’s nimmer.