Haarschaum an der Donau

Ein wunderbarer, komischer Film, der seine Protagonisten nie an die Lächerlichkeit verkaufte.

Guido Tartarotti | über 'Am Schauplatz' Donau

Am Schauplatz“ machte sich auf die Suche nach skurrilen Menschen am Ufer der Donau und fand:

einen Schweizer Obdachlosen, der in Mülltonnen nach Haarschaum sowie nach Qualitätszeitungen (FAZ, Neue Zürcher, Financial Times) sucht;

eine Schamanin, die lustigerweise exakt so aussieht, wie man sich eine Schamanin vorstellt, mit dem Fluss per „Oh Donau, erinnere dich an deine Quellen!“ kommuniziert und Hochwasserkatastrophen mit Blumenopfern bekämpft;

einen Fischer, der deshalb fischt, weil er das Gefühl genießt, entscheiden zu können, ob der gefangene Fisch weiterleben darf oder nicht;

Badegäste, die es empörend finden, wenn andere Badegäste ihnen näher als 15 Meter kommen.

Das Ergebnis war ein wunderbarer, komischer, auch ein bisschen trauriger Film, der seine Protagonisten nie an die Lächerlichkeit verkaufte.

Erstellt am 06.06.2014