Barbara Mader

© Stephan Boroviczeny

Meinung Kolumnen Im Bild
05/04/2012

Der letzte Herrenwitz

Mit Harald Schmidt ist es so wie mit dem Greißler: Alle finden ihn großartig, alle wollen, dass er weitermacht, aber keiner geht hin.

von Barbara Mader

Mit Harald Schmidt ist es so wie mit dem Greißler: Alle finden ihn großartig, alle wollen, dass er weitermacht, aber keiner geht hin. Alle reden von Kult, aber in Wahrheit ist es Minderheitenprogramm. In beiden Fällen sind wohl auch die Öffnungszeiten schuld, und am Ende sperren beide zu.

Nun nahm Harald Schmidt Abschied, und man hatte Gelegenheit, die feinen Waren noch einmal zu probieren. Schon der Begrüßungsapplaus ist eine Ode an den Meister, der das "sehr aufmerksam", findet. Ein kurzer Einspieler zeigt den als klügsten Entertainer im deutschen Sprachraum gehandelten Schmidt in Traumschiff-Uniform, die Sat.1-Flagge wird eingeholt, er salutiert. Es folgen für Schmidtsche Verhältnisse milde Worte. "Wir gehen in die Sommerpause. Schon im Mai. Das ist der Klimawandel." Damit der Abschied nicht so schwerfällt, darf man ehrlich sagen: Auch "Dirty Harry" hatte schwache Momente. Die besten Momente der letzten Show sind Olli Dittrich zu verdanken. Und die als Kult gehandelten Herrenwitze, mit denen sich Schmidt schon bei der ARD verabschiedete, sind in Wahrheit eher mittellustig. Aber: Wenn man nicht einmal mehr nostalgisch nach Harald Schmidt sein darf: Wozu dann überhaupt fernsehen? Es weinen ihm jetzt alle nach, und sie haben recht. Statt weinen können sie künftig zahlen.

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