über Weihnachtsrituale
12/27/2014

Das war jetzt aber nett

Wir sollten viel öfter miteinander fernsehen.

Anna Gasteiger | über Weihnachtsrituale

Es kommt früher oder später der Punkt, an dem sich die Festgesellschaft, erschöpft vom Keksessen, Auf-den-Christbaum-Schauen, Liedersingen und Geschenke-Auspacken – kurz: der weihnachtlichen Pflicht – vor dem Fernseher sammelt. Lustigerweise haben alle Filme, die zu Weihnachten gezeigt werden, ungefähr denselben Text. Der geht so:

( Hintergrundgeräusche). "Kann irgendwer lauter machen, ich versteh nichts." (Lautere Hintergrundgeräusche). "Jetzt ist es zu laut, finde ich." (Leisere Hintergrundgeräusche). "Nimmst du mir ein paar Vanillekipferln aus der Küche mit?" "Nicht so viele." "Pscht, ich versteh nichts." (Lautere Hintergrundgeräusche). "Also ich finde, die Vanillekipferln sind heuer ganz besonders gut geworden." "Die von der Tante Eva sind besser." "Findst?" "Pssssscht!" "Sei nicht so, du hast den Film eh schon fünf Mal gesehen." (Lautere Hintergrundgeräusche). "Die von der Kathi, meiner Arbeitskollegin, sind aber auch nicht schlecht". "Geht jemand nachher mit spazieren?" "Jetzt seid’s endlich ruhig, ich versteh’ nichts." "Ich glaube, mir ist zu kalt." "Geh, schalt doch den Fernseher leiser, man versteht ja kein Wort." (Leisere Hintergrundgeräusche.) "Du hast doch eh eine Haube zu Weihnachten bekommen, zieh dich halt warm an." "Ich würde gerne spazieren gehen." "In die Stadt oder am Fluss?" "Jetzt ist der Film aus." "Das war jetzt aber nett, finde ich. Wir sollten viel öfter miteinander fernsehen."

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