hund & HERRL: Barolo, sein Herrl und die Attraktivität

hund & HERRL: Barolo, sein Herrl und die Attraktivität © Bild: KURIER

Barolo und sein Herrl gleichen einander bis in ästhetische Einzelheiten an.

Mit Interesse habe ich die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass sich 80 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher für attraktiv halten. Wenn ich das Statement richtig interpretiere, bedeutet es, dass 80 Prozent unserer Bevölkerung sich selbst für attraktiv halten, dass die 80 Prozent also nicht das Ergebnis einer Schummelrechnung sind, à la ich kenne wen, der schaut gut aus, du kennst auch wen, der gut ausschaut, und zusammengerechnet ergibt das 80 Prozent der Bevölkerung. Ich selbst zum Beispiel bin tatsächlich attraktiv, lasst euch von dem Foto oben nicht verwirren. Ich weiß das, weil ich täglich Feldforschung betreibe. Ich gehe mit meinem Hund Barolo durch Prater oder Stadtpark, manchmal auch quer durch die Innenstadt, und immer wieder braust mir Applaus entgegen. Manche Menschen lächeln breit, manche tief, andere schicken mir innige Blicke, gar nicht so wenige artikulieren ihre Bewunderung sogar verbal: "So schön". "Herrlich". "Süß". Wenn ihr jetzt glaubt, dass ich die Komplimente, die mein schöner Hund mit seinem glänzenden Fell von vielen Damen, aber auch einigen Herren bekommt, gratis inhaliere, okay. Könnt ihr so sehen. Ich sehe es anders. Nicht zufällig kommen sich Hund und Herr im Lauf der Jahre immer näher. Übernehmen Gewohnheiten vom anderen - wenn ich einen Gespritzten trinke, klingt das so, als ob der Barolo aus dem Klo schlabbert - , gleichen einander bis in ästhetische Einzelheiten an - ich zum Beispiel glänze wie das Fell meines Hundes, wenigstens wenn es heiß ist. Also ernten wir auch gemeinsam die Früchte unserer Attraktivität, wie die anderen 80 Prozent aller Österreicher.

Erstellt am 05.12.2011