hund & HERRL: Barolo ist tot

hund & HERRL: Barolo ist tot © Bild: KURIER

Mein Hund war alt, seit Jahren blickte ich der Gewissheit ins Auge, dass der Tag kommen würde, aber als er da war, als der Barolo da lag und nicht mehr atmete, war es abrupt und zu schnell geschehen.

Das ist die letzte Kolumne über meinen Hund Barolo. Der Barolo ist tot, gestorben nach einer Herzattacke in der vergangenen Woche, ich war bei ihm, als er seine letzten Atemzüge machte, hatte meine Hände in seinem nassen Fell, dann war er tot, und ich ging und heulte meiner Frau die Schulter nass. Meine Welt ist voller Erinnerungen an meinen Hund. Sein Napf, seine Wasserschüssel, seine Haare, die der Wind aus irgendwelchen Ecken des Gartens holt. Es fühlt sich falsch an, dass er nicht da ist, wenn ich aus dem Auto steige, dass er nicht nervös zu bellen beginnt, wenn ich mir die Schuhe anziehe. Wohin mit der Käserinde? Wer hebt das Stück Schinken auf, das auf den Boden fällt? Mein Hund war alt, seit Jahren blickte ich der Gewissheit ins Auge, dass der Tag kommen würde, aber als er da war, als der Barolo da lag und nicht mehr atmete, war es abrupt und zu schnell geschehen. Ich habe die Jahre mit meinem Hund Barolo genossen. Ich habe es genossen, darüber in dieser Zeitung schreiben zu dürfen, ich bedanke mich bei Schriftleitung und Redaktion der freizeit für die Treue, die nicht selbstverständlich ist. So konnten fast 750 Barolo-Kolumnen entstehen. Danke, dass Sie dabei waren. Es wird mir abgehen, über den Barolo zu schreiben. Aber noch viel mehr wird mir der schwarze Hund abgehen, mein schwarzer Hund, seine feuchte Nase, sein Winseln, sein Gebell, wenn es läutet, sein Gebettel am Tisch, seine Freude, wenn wir in die Weinberge gehen, sein Glücksjaulen, wenn Freunde kommen. Das Geräusch, wenn er sich auf die Seite fallen lässt, um endlich zu schlafen.

Erstellt am 05.12.2011