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Meinung Kolumnen GesMBH
09/22/2012

Tuchfühlung

Ges.m.b.H: Karl Hohenlohe über die Botschafter der Tracht.

von Karl Hohenlohe

In der Salzburger Residenz wurden die "Botschafter der Tracht" von der Familie Tostmann geehrt.

Überall war wunderschönes Leinen zu sehen, Loden, gewalkt und ungewalkt, Menschen mit Hut, Frauen mit Schürzen, Männer mit Bart – ein Szenario, das die Städter an Adrian Hoven und die Landbevölkerung an Maria Andergast, die eigentlich Maria Pitzer hieß, denken ließ.

Es war ein stimmiges Bild, manchen Gemälden des ausklingenden 19. Jahrhunderts nicht unähnlich, signiert von Anna und Gexi Tostmann zusammen.

"Botschafter der Tracht" dürfen sich nun die berühmte Köchin Johanna Maier und der Olympiasieger Wasmeier nennen.

Aber es wäre nicht Österreich, wenn nicht jene Tracht die größte Aufmerksamkeit erregt, die keine war.

André´Heller kam in einem Stadtanzug.

Er trug einen Schal, wie man ihn weder in Salzburg Stadt noch in Salzburg Land jemals gesehen hatte, dazu Jacke und Hose aus einem Stoff gewirkt, der durch deutlich sichtbare Steppnähte bestach.

Der Schöpfer dieses Anzugs ist Herr Yamamoto, der sich selbst nicht als Modeschöpfer, sondern als Schneider begreift.

So stand die vielbeachtete Heller’sche Hülle in keinerlei Konkurrenz zu den dargebotenen Trachtenkreationen, die ja mehrheitlich auch von Schneiderinnen und Schneidern gefertigt werden und erst in den Händen von Modeschöpfern zu grauenhaften Designs degenerieren.

"Die Mode hechelt den Trends hinterher", sagt Herr Yamamoto, "ich will zeitlose Eleganz. Die Mode hat keine Zeit. Ich schon."

So gesehen ist Herr Heller auch ein Botschafter der Tracht, selbst wenn er keine trägt.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise:office(at)hohenlohe.at

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