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Meinung Kolumnen GesMBH
05/07/2012

Meerblick

Karl Hohenlohe über eine Theater-Premiere, Schlitzohren und die Zeit, als das tote Meer noch krank war.

von Karl Hohenlohe

Im "Gloria-Theater" bat man zur Premiere. Zu Premieren lädt man nicht ein, fordert nicht zum Kommen auf, man bittet dazu.

Das Stück heißt "Schlitzohren" und stammt aus der Feder des ehemaligen Wiener Vizebürgermeisters Bernhard Görg.

Im Fernsehen konnte man einen der Hauptdarsteller – den Moderator Dorian Steidl – sehen, wie er darauf verwies, dass man im "Gloria Theater" die "Schlitzohren" sehen könne, die "Spitzohren" hingegen bei "Raumschiff Enterprise".

Dies ist dahingehend interessant, weil man selbst nie darauf gekommen wäre.

Die Aufführung fand beim Premierenpublikum großen Anklang, man hat sich auf die Schenkel geklopft.

Mir wird jene Passage für immer in Erinnerung bleiben, wo der Humorist Steppan folgenden Text von Vzbgm. a. D. Bernhard Görg wiedergibt: "Als Johannes Heesters auf die Welt gekommen ist, war das tote Meer noch krank". (Schenkelklopfen, Reaktion des Publikums).

Es ist Bernhard Görg hoch anzurechen, dass er diesem Scherzlein zu neuem Leben verhalf. Es war, schon zu Methusalems Zeiten, sehr beliebt und in der Ursprungsversion eine der raren humoristischen Stellen im alten Testament.

Selbstverständlich wollen wir auch annehmen, Herr Görg hätte diesen betagten Witz nicht gekannt und selbst ent­wickelt, aber ich bin da nicht ganz so sicher.

Ich selbst habe das Scherzlein oft verwendet, die Namen vertauscht, aber am Schluss blieb immer die Pointe, dass das tote Meer einmal krank war.

Wütende Leserbriefe waren die Folge, "alter Witz, urlanger Bart, etc." – aber das ist, wie Andreas Steppan sagen würde, eine andere Geschichte.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise:office(at)hohenlohe.at

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