über Johannes Krisch
10/15/2013

Kaugummibär

von Karl Hohenlohe

Er hat ein ungeheuer markantes Gesicht und das weiß er auch.

Karl Hohenlohe | über Johannes Krisch

Als man den berühmten Schauspieler Johannes Krisch nun im Fernsehen zu „125 Jahre Burgtheater“ befragte, hörten viele zuerst gar nicht zu, sondern betrachteten ihn ausgiebig.

Er hat ein ungeheuer markantes Gesicht und das weiß er auch.

Die Zähne haben nichts vom synthetischen Perlmutt Hollywoods, er trägt keine Echthaarperücke und das Gestell seiner Brille hat keinerlei Ausdruckskraft.

Die Menschen lieben Menschen, die entweder vollkommen anders oder wie sie selbst aussehen.

Herr Krisch ist zweiterer Gruppierung zuzuordnen.

Viele berühmte Schauspieler entfernen sich im Laufe der Jahre von ihrem Gesicht, irgendwann wird die Spannung in ihren Filmen und Gesichtern nur mehr künstlich aufrechterhalten.

So sind uns die Helden mit den Charakterköpfen viel deutlicher in Erinnerung geblieben, als die prachtvollen Darsteller: Peter Lorre, Inge Meysel, Charles Laughton oder Adele Sandrock.

Herr Krisch weiß um sein Äußeres und unterstreicht das Verwegene gerne mit einem Drei-, soll es tollkühn sein, mit einem Viertagesbart.

Solchermaßen könnte man manchmal glauben, er käme geradewegs von einer Schlacht, hätte den Tag zur Nacht gemacht oder nach langem Gefecht einen Hecht besiegt. Es grenzt an ein Wunder, dass man diese Vorgehensweise noch erhöhen kann, aber Herrn Krisch gelang es.

Bei dem Interview aus dem Burgtheater zermalmte er einen Kaugummi, respektive tat so, und der Applaus vor den Bildschirmen war ihm sicher.

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