Meinung | Kolumnen | GesMBH
05.03.2013

Hüllenlos

Jawohl, Herr Grönemeyer hat in den letzten Jahren ein wenig zugelegt, auch das verbindet ihn und uns.

Karl Hohenlohe | über einen allürenfreien Star

Er ist uns seit Jahrzehnten vertraut, die Lieder haben uns in vielen Lebenslagen begleitet. Er ist, und das ist hierzulande eine große Leistung, der Lieblingsdeutsche vieler Österreicherinnen und Österreicher. Herbert Grönemeyer nuschelt noch immer so wie am Beginn seiner Karriere, aber man kennt seine Texte, das Publikum singt nicht mit, nein, es nuschelt im Chor.

Die Gesellschaftsredakteure haben es mit Herrn Grönemeyer nicht wirklich leicht. Er sieht nicht aus wie ein Star, ist frei von ihren Allüren und freundlich.

Auch wenn man es nicht will, aber es bleibt ihnen nur mehr jenes Gebiet, das ohne Beständigkeit und ohne Bedeutung dahinvegetiert: die Oberfläche.

Jawohl, Herr Grönemeyer hat in den letzten Jahren ein wenig zugelegt, auch das verbindet ihn und uns.

Wenn über einen Künstler schon alles geschrieben und alles gesagt wurde, wenn sein Schaffen über all die Jahre hinweg von gleichbleibend hoher Qualität getragen wurde, dann verlegen sich die Gesellschaftsreporter auf sein Äußeres, die Kleidung, den Haarschnitt und das Gewicht. Herr Grönemeyer ist keineswegs berichtenswert angezogen, der Haarschnitt akkurat, bleibt uns eigentlich nur mehr das Gewicht.

Nun ist Herr Grönemeyer in Obertauern aufgetreten und ganz Obertauern nuschelte mit.

Ja, er hat ein wenig zugelegt, aber die Bemessung seines Leibesumfangs interessiert weder seine Fans, noch seine Feinde und stößt nur mehr bei den Gesellschaftsredakteuren auf großes Interesse.