Otto Schenk
10/18/2014

Herzerfrischend

von Karl Hohenlohe

... der 84-jährige Otto Schenk wandte sich an seine Frau und sagt: 'Nein, ich will bei dir sitzen.'

Karl Hohenlohe | Otto Schenk

Herr Schenk hat sein neueste Buch, "Ich bleib noch ein bissl", in der italienischen Botschaft in Wien vorgestellt. Warum?

Vielleicht deswegen, weil seine Mutter aus Triest war. Auch die halben Italiener hängen ja mit ihrer ganzen Liebe an den Müttern, Großmüttern und überhaupt allen Zeitgenossinnen.

So hörte ich gerade erst in ORF III ein altes Interview mit Herrn Schenk, in dem er von seiner so geschätzten Nonna erzählte, die in den letzten Kriegstagen verschied und von ihrem Enkel im Stadtpark begraben wurde. Herr Schenk sprach mit großer Achtung von der Großmutter, die Liebe zu den Frauen hat wohl damals ihren Anfang genommen.

Vor einigen Tagen, kurz vor 23 Uhr, gerade hatte man im Restaurant abserviert, durfte ich die Menage Schenk zum Taxi begleiten. Während Herr Schenk die Beifahrertüre öffnete, nahm Frau Schenk hinten Platz. Plötzlich hielt Herr Schenk inne, es entstand eine Art Pause, die Renée Schenk mit den Worten "Was ist denn?" unterbrach.

Erneut blieb es für zwei, drei Sekunden still, dann schloss der 84-jährige Otto Schenk ganz leise die Beifahrertüre, wandte sich an seine Frau und sagt: "Nein, ich will bei dir sitzen."

Das war eine schöne Szene, nicht aus dem Theater, nicht aus dem Fernsehen, sondern aus dem realen Leben.

Und als Renée und Otto Schenk in ihrem Taxi im Dunkel der Nacht verschwanden, lag noch minutenlang ein Hauch von Zuneigung, Verlässlichkeit und Vertrauen, kurzum alles, was die Italiener unter Amore verstehen, in der Luft.

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