Ges.m.b.H.: Taktgefühl

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Karl Hohenlohe über die Anziehungskraft der "Dancing Stars"

Die "Dancing Stars" sind wieder da und spalten das Land in zwei verfeindete Lager.

Hier die Fans, die keine einzige Sendung versäumen, da die Feindes-Fraktion, die ebenfalls noch keine Sendung ausgelassen hat.

Was mir an den " Dancing Stars" mit Abstand am besten gefällt, ist die artifizielle Aufregung, die sie umschmeichelt, den Zwist und den Hader, der ihnen vorausgegangen ist, und die Hülle, die sie umgibt.

Nirgendwo anders sieht man so viel Tüll, Fransen, Strass-Steinchen, Knöpfe, Brusthaare und Farben, die in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts die Discos beherrschten.

Meist schmiegen sich die Stoffe eng an die Körper, manchmal hat man das Gefühl, nur dieser Stoff hält sie noch zusammen.

Das Schöne an den "Dancing Stars" ist, dass sie alle Gewichtsklassen repräsentieren und jeder von uns übergewichtigen Zuschauern sagen kann, so werde oder so möchte ich niemals aussehen.

Vereinzelte Akteure sind uns für ewig in Erinnerung geblieben, Herr Goldberger etwa, der immer vier, fünf Takte hinter herlief und trotzdem keine aufgeregte Mimik zur Schau stellte, die rechte Augenbraue von Herrn Steidl, die durch Untätigkeit glänzte und Frau Lichter, die einmal ein blaues Seidensakko trug, mit einem riesigen Gürtel, und vorne auf der Schnalle hatte man einen glitzernden Stern platziert.

Selbstverständlich auch Herr Chmelar, als Spinat-resistenter Popeye, direkt vom Aufguss auf die Show-Bühne.

Man liebt, man hasst, man ortet Schiebung, man will entweder die Jury oder die Regie erschießen und sagt – so wie dreißig Mal vorher – dass man die "Dancing Stars" nie wieder anschauen wird.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise:
office(at)hohenlohe.at

 

(kurier) Erstellt am
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