Ges.m.b.H.: Schall & Rauch

Karl Hohenlohe über das Aussterben der Künstlernamen.

Viele Leserinnen, aber auch Leser dieser Zeilen blicken zu verzückt in die Vergangenheit. Es mehren sich die Leserbriefe, wo man die gute alte Zeit beschwört, die ja nur die gute alte Zeit ist, weil sie das nachlassende Gedächtnis von ihrer Schlacke befreit hat. Ein Umstand ist jedoch wirklich bedauerlich, die Künstlernamen sterben aus. Wo sind die Nino de Angelos, die Brigitte Bardots, die Westenthalers und Cindy & Bert, die Gerhard Gorgoglione, Camille Javal, Peter Hojac und Jutta Gusenburger & Norbert Berger hießen? Heute heißen viele Stars schlicht und einfach wie sie heißen und deswegen geht das Publikum nicht mehr so mit. Nehmen wir als Beispiel den berühmten Russen Rebroff, der nicht nur im Fernsehen, sondern auch privat gerne eine Pelzmütze, ein russisches Kreuz und Folklorekleidung trug. Darüber hinaus rollte er das "R" wie kaum einer. Und als irgendwann der Verdacht aufkam, er wäre so wenig Russe wie Sunnyi Melles aus Burkina Faso war, waren die Menschen verstört, manche sogar enttäuscht. Hans Rolf Rippert aus Berlin alias Ivan Rebroff brachte es auf vier Oktaven, der Rest war ihm wurscht. Nun sah ich Herrn Blanco in der TV, er stand gerade einem Esel in Aiderbichl gegenüber, der den Vornamen seines Vaters, nämlich "Don Alfonso", trug. Roberto Blancos Vater hieß Alfonso Zerquera, die Mutter hingegen Mercedes Blanco und jetzt frage ich mich, ob man Roberto Blanco als Künstlernamen gelten lassen kann. Egal, ich ersuche um reichlich Post, wer sich hinter dem schönen Namen Karel Gottar verbirgt. Einladungen, Beschwerden, Hinweise:office[at]hohenlohe.at

Erstellt am 08.12.2011