Ges.m.b.H.: Rufzeichen

hohenlohe
Foto: KURIER

Karl Hohenlohe über den letzten lebenden Österreicher, der die Schreiberlinge noch persönlich kontaktiert.

Das Telefon läutet und später wird man das Gefühl haben, noch bevor er gesprochen hat, wusste man, wer dran ist.

"Wie geht’s?", sagt man und er antwortet, "Wunderbar!"

Er meint, dies wäre seine letzte Pressekonferenz in dieser Angelegenheit und plötzlich kommt ein wenig Wehmut auf.

Er ist der letzte lebende Österreicher, der die Schreiberlinge noch persönlich kontaktiert. Einer nach dem anderen wird durchgerufen, mit positiver Energie geladen und solchermaßen zur bevorstehenden Pressekonferenz gebeten.

Später wird er noch zur Premiere laden, mittels eines persönlichen Briefes, voller Freundlichkeiten und dann folgt selbstverständlich auch noch ein Anruf.

Ich bin ganz sicher, er hat nicht nur die Begriffe Premiere und Premierenfeier erfunden, sondern er war weltweit auch der Erste, der zu einer Dernierenfeier eingeladen hat.

Dann, plötzlich reißt die Verbindung ab, irgendwo zwischen dem Passauerplatz und der Abzweigung Mörbisch lauert ein furioses Funkloch und später wird man eine Nachricht auf der Mobilbox haben.

Jawohl, gerade über diesen Besuch bei dieser Pressekonferenz würde er sich ganz besonders freuen, im Hilton, am Donnerstag, es wäre eine reine Freude, wenn man Zeit hätte, auf Wiedersehen.

Nach dem "Auf Wiedersehen" rauscht es, dann hört man, wie sich seine Stimme nachdenklich im Nirvana verliert, "Hab ich ihm jetzt die Zeit gesagt – ah, ich glaub schon" , erst dann schnappt die Verbindung wieder ab. Das Funkloch ist der größte Feind der Detailinformationen.

Manchmal schätzt man die Dinge, schon bevor man sie nicht mehr hat.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise:
office(at)hohenlohe.at

(kurier) Erstellt am
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