Ges.m.b.H.: Ohrenzeuge

Ges.m.b.H.: DÖF © Bild: KURIER

Karl Hohenlohe über die Identitätssuche Wolfgang Böcks.

In Schladming, bei den Skirennen, konnte man nun den berühmten Trautmann-Darsteller Wolfgang Böck beobachten.

Herr Böck verleiht dem TV-Inspektor Trautmann eine rauere Note – harte Schale, harter Kern. "Ein klassischer Wiener Kieberer", würden viele sagen, aber das stimmt nur zum Teil.

In jedem Falle eilt Herrn Trautmann der Ruf voraus, er wäre einer, der sich vorrangig an den traditionellen Bildern der männlichen Geschlechterrolle orientiert und als Frauenversteher nicht wahnsinnig viel taugt.

Kurz gesagt, da stellt ein Macho im Fernsehen den Kriminellen nach.

Wir, die TV-Rollen nicht von der realen Person unterscheiden können, denken also, Herr Böck wäre auch abseits der Kamera ein harter Hund.

Wie geht Herr Böck mit diesem Vorurteil um, belastet ihn diese oberflächliche Sicht der Dinge oder suhlt er sich darin?

Ich vermute, Herr Böck ist mit seinem Image nicht 100 Prozent im Reinen, wahrscheinlich musste er schon tausendfach betonen, dass er immer wieder Blumen kauft und Weihnachten auch abwäscht. Aber vor allem die älteren Fans wollen ihm einfach nicht glauben.

Solchermaßen entschied sich Herr Böck zu einem radikalen Schritt. Erst drückte er sich an der Auslage eines Juwelierladens die Nase platt, dann ließ er sich eine Pretiose an das Ohr transplantieren und schon war die Realität wiederhergestellt.

Ein Flinserl am Ohrlapp des Mannes symbolisiert für die betagteren Mitbürgerinnen und Mitbürger immer noch ein wenig Weiblichkeit.Ein Macho mit Ohrring ist keiner mehr, vielleicht wollte Herr Böck genau das mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringen.

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Erstellt am 28.01.2012