Ges.m.b.H.: Last & Lästern

Karl Hohenlohe über den Newswert mancher Dinge.

Die Aufforderung kam eine Hundertstelsekunde vor dem Biss in das Fisolengratin. Frau Minister a. D. Kdolsky, gerade mit dem Verkauf von Losen beschäftigt, brauchte Unterstützung und selbstverständlich sprang ich ihr zur Seite. Das Ganze für den guten Zweck und die vielen Gäste der MYKI-Gala ("Österreichischer Kinderschutzpreis") im Liechtenstein-Palais griffen außerordentlich tief in ihre Taschen. Besonders erfreut über mein plötzliches karitatives Wirken war die Frau Vizekanzler a. D., Susanne Riess-Passer. Als wir an ihrem Tisch zur Kollekte ansetzten, äußerte sie sich sehr positiv in meine Richtung, wie schön es doch wäre, nicht immer zu lästern, sondern auch einmal etwas Gutes zu tun. Ich war hocherfreut. Immer wieder wird mein Wirken an dieser Stelle taxiert, Volksverdummung, Buchstabenklau gegenüber den schlaueren Kollegen, Enthüllungsjournalismus der übelsten Art oder Degenerationsgemurmel. "Lästern" war noch nie dabei. All die Jahre habe ich verzweifelt versucht, das Gute in der Gesellschaft zu lokalisieren, Starlets aus der Provinz reichlich Platz für ihre Sicht der Dinge geboten und die Lugner-City beworben. Ich habe der total erstaunten Öffentlichkeit die Wahrheit über Gustav Peichl erzählt, nämlich, dass er gar nicht Gustav, sondern eigentlich Josef heißt, und Frau Koller hat mir exklusiv erzählt, dass Hans-Joachim Kulenkampff ausschließlich schwarze Unterhosen getragen hat. Über den Newswert dieser Dinge könnte man möglicherweise diskutieren, aber "Lästern" ist, wenn Paulus Manker Michael Maertens einen "Magier" heißt - und umgekehrt.Einladungen, Beschwerden, Hinweise: office(at)hohenlohe.at

Erstellt am 21.12.2011