Meinung | Kolumnen | GesMBH
08.12.2011

Ges.m.b.H.: Gruppendynamik

Karl Hohenlohe über den Geburtstag von Rudolf Buchbinder.

Lurche, Halsabschneider, Möchtegerns und Bankrotteure, in der Gesellschaft, in der Sie sich bewegen, möchte ich nie sein" schreibt Stefan A. aus C. Es stimmt, dass es in vielen Berufsjahren auch Begegnungen gab, die heute noch ein Völlegefühl, wenn nicht sogar Übelkeit oder starken Brechreiz hervorrufen. Manchmal waren diese Begegnungen an spezielle Orte geknüpft, politische Bekenntnisstätten, Humor-Zirkel oder Treffpunkte von kulinarischen Interessensgemeinschaften. Aber auch das genaue Gegenteil ist der Fall, so gibt es Freundeskreise, die ungemein für ihr Zentrum sprechen. In diesem Zusammenhang muss Herr Rudolf Buchbinder genannt werden. Herr Buchbinder hat eine sehr nette Frau und unzählige, sehr nette Freunde. Viele von ihnen feierten nun den Geburtstag des 65-Jährigen, der Jubilar hielt eine erinnerungswürdige Rede, frei von jeglichem Pathos und ohne Koketterie dankte er aufsteigend den Freunden, den Kindern und seiner Frau. Er vergoss einige Tränen und einige Freunde auch. So wie in jedem Gesellschaftsgefüge gibt es möglicherweise auch im Freundeskreis von Rudolf Buchbinder Lurche, Halsabschneider, Möchtegerns und Bankrotteure, aber ich habe noch nie etwas von ihnen bemerkt. Einer der Festredner versprach sich bei der Laudatio, wollte "Er ist schon als Fünfjähriger öffentlich aufgetreten" sagen, aber es kam "Er ist schon als Fünfjähriger öffentlich ausgetreten" heraus. Der schöne Fauxpas wurde höflich übergangen, es spricht für die Gäste, dass sie nach innen lächelten. Auch wenn man selbst etwas mitgebracht hatte, verließ man die Geburtstagsfeier als Beschenkter. Einladungen, Beschwerden, Hinweise: office[at]hohenlohe.at