Ges.m.b.H.: Beruferaten

Ges.m.b.H.: Beruferaten © Bild: KURIER

Karl Hohenlohe über das Streben der Großen nach dem Kleinen.

Am 8. Jänner, vermelden seine Anbeterinnen und Anbeter, wäre Herr Elvis Presley 77 Jahre jung geworden.

Aus diesem Grund, so wurde zumindest kolportiert, gab Herr Dennis Jale nun ein Geburtstagskonzert.

Man spielte alte Hadern, schunkelte im und außer Takt und stellte einen Herrn in das Licht der Öffentlichkeit, der Elvis einst sorgsam behütet hatte.

Der Leibwächter ließ im Fernsehen mit der Meldung aufhorchen, Herr Presley, ohne sein Gesangstalent, wäre liebend gerne Polizist geworden.

Millionen Polizisten wären gerne Elvis Presley geworden, umgekehrt habe ich es noch nie gehört.Es ist ja ein Faktum, dass viele Große dieser Welt zum Kleinen tendieren.

Umjubelte Starköche kochen zu Hause saure Wurst und essen nachher industriell gefertigtes Fruchtjoghurt, Hans Hinterseer hört Tschaikowski und einige österreichische Kaiser wollten Gärtner werden.

Worauf beruht die Sehnsucht dieser berühmten Männer, fernab vom Berufsalltag in die Normalität herabzusteigen?

Keine Ahnung.

Unsereins sucht ja eher den Pfad nach oben, auch wenn wir einen grünen Daumen haben, erscheint uns die Profession des Kaisers erstrebenswerter als das Dasein als Gärtner.Herr Presley konnte sich übrigens ein Blaulicht organisieren und stellte Strafmandate aus. Dies wurde dem Sheriff jedoch zu  bunt, Elvis durfte das Blaulicht zwar behalten, aber nur mehr Verwarnungen aussprechen.

So war er also genauso ein bisschen Polizist, wie wir alle manchmal auch ein bisschen Kaiser sind.Einladungen, Beschwerden, Hinweise:office@hohenlohe.at

( Kurier ) Erstellt am 16.01.2012