Circus maximus

Irgendwie kommt dem Kellner der Gast im Flughafencafé bekannt vor. Er serviert das große Bier, nimmt am Nebentisch noch rasch die Bestellung auf, blickt wieder zu dem seltsamen Gast: Das Bier ist verschwunden und die Erinnerung gekommen.Helmut Berger auf dem Weg in das Dschungelcamp.
 

Bier, Prosecco, Wein, Pöbeln, Grimassieren, Zunge-Herausstrecken, Lallen, Schreien, Himmelblick – die begleitenden Fernsehredakteure sind begeistert, besser könnte es nicht gehen.

Am Abend kann man dann die Aufnahmen in den Zeitungen und der Television sehen, nein wirklich, auf den Helmut Berger ist Verlass, das muss man gesehen haben, so fesch war er und jetzt ein psychisches Wrack, das in Alkohol schwimmt.

Zum Zerkugeln, wie er da verbal um sich schlägt, dann wieder ein paar Gläser und weiter geht es.

Manchmal gehen die Journalisten doch ein wenig zu weit, also diese Zwischenschnitte von Helmut Berger, wenn er da so verloren herumhängt, tieftraurig, das Leben viel zu schnell gelebt, einsam, so unglaublich depressiv, das kann man sich sparen, das macht einen ja selber ganz traurig und sind wir uns ehrlich, hier haben wir es mit einer Unterhaltungssendung zu tun, auch da muss es Grenzen geben, was uns Zuschauern zuzumuten ist.

Herr Berger, in Wut, in Rage, außer Rand und Band – ja.

Herr Berger krank, bemitleidenswert, taumelnd, auch wenn er nichts getrunken hat – nein.

Ist da jemand?

(KURIER) Erstellt am
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