über schlechte Winter-Performance und enttäuschte Freundschaft
04/29/2016

Rüpel!

von Katharina Zach

Du musst akzeptieren, dass das einzige Eis, das wir im April sehen wollen, jenes im Stanitzel ist.

Mag. (FH) Katharina Zach | über schlechte Winter-Performance und enttäuschte Freundschaft

Lieber Winter, wir müssen reden!

Mit den Eskapaden der vergangenen Tage hast du selbst mich, einen deiner treuesten Fans, vor den Kopf gestoßen. Du weißt, ich schwärme für deine weichen Flocken, dein Glitzern in der Sonne, deine klare, kalte Luft. Aber – und das, lieber Winter, ist ganz wichtig – man muss auch wissen, wann Schluss ist.

Ich weiß, du liebst große Auftritte und Überraschungen. Unvergessen etwa der Winter 2012/13 – einer der trübsten seit 130 Jahren. (Nie war meine Depression ausgeprägter. Gratulation.) Oder deine Eisregen-Einlage im Februar 2014, die ganz Wien lahmgelegt hat. Auch deine Angewohnheit, just vor Weihnachten die Temperaturen raufzufahren, kennen und akzeptieren wir bereits zähneknirschend.

Doch auch deine treuesten Fans haben ihre Grenzen. Monatelang auf der faulen Haut zu liegen, um im letzten Moment eine schwache Leistung abzuliefern – lieber Winter, das geht in der heutigen Zeit einfach nicht mehr. Du musst akzeptieren, dass das einzige Eis, das wir im April sehen wollen, jenes im Stanitzel ist. Je eher, desto besser.

Übrigens lieber Winter: Hast du jemals über die Konsequenzen deines Handelns nachgedacht? An deine spontane Schlechtwetter-Phase werden wir uns noch im Sommer erinnern. Nämlich dann, wenn heimische Äpfel, Marillen, Birnen, Kirschen und Zwetschken in unseren Obstkörben fehlen, weil du ohne Rücksicht auf den zarten Frühling über uns hereingebrochen bist. Du Rüpel, das geht auf deine Kappe!

Ich schreibe dir das, weil ich dich kenne. Denn selbst der Wonnemonat Mai ist vor deinen Launen nicht immer sicher. Temperatursturz, 15. Mai 2012 – du erinnerst dich sicher. Für heuer möchte ich dich aber eines bitten: Lass die Eisheiligen aus. Erhole dich, sammle deine Kräfte und überrasche uns einmal positiv. Schnee zu Weihnachten, das war doch fein. Wir würden staunen.

In diesem Sinne: Tschüss, lieber Winter, du wirst mir nicht fehlen!

Deine Katharina

eMail: katharina.zach@kurier.at

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