Titel - aber bitte mit Mittel

Beide haben keine das Klima vergiftende Superstars im Kader

Wolfgang Winheim | über Rapid und Austria

So rapid kann’s gehen. Im Wiener Derby als glückloser Verlierer noch spielerisch ebenbürtig, drei Wochen später schon 20 Punkte hinter der Austria zurück. Dabei schien der Unterschied zwischen der jetzt rekordverdächtig erfolgreichen Austria und den 2013 sieglosen Rapidlern gar nicht so groß zu sein. Beide Klubs haben realistische, seriöse Trainer, die vor Mikrofonen nie ausrasten. Beide haben keine das Klima vergiftende Superstars im Kader. Und beide Klubs verfügen über einen Anhang, der Geduld nicht zu seinen Tugenden zählt.

Die Zigtausend frustrierten Sympathisanten des Rekordmeisters können vielleicht ruhiggestellt werden mit der Nachricht, dass heuer der Vizemeistertitel aufgewertet ist. Denn zum ersten Mal seit Langem darf auch der Liga-Zweite um die Champions-League-Qualifikation mitspielen. Red Bull hat freilich Vorteile – a) fünf Punkte mehr als Rapid und b) die finanzielle Potenz, um im Sommer für den internationalen Bewerb aufrüsten zu können. Eine Möglichkeit, die allen anderen österreichischen Meistern in diesem Jahrtausend fehlte.

Auch die Austria war nach ihrem letzten Titelgewinn (2006) schwächer geworden. Keiner weiß das besser als der nun so anerkannte Peter Stöger. Er und Frenkie Schinkels mussten als Sündenböcke herhalten, weil der Boss die Lust verloren und ein Abspecken befohlen hatte. Letzterer lässt sich jetzt auf anderer Bühne feiern. Erraten. Er heißt Frank Stronach.

Erstellt am 04.03.2013