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12.03.2013

Olympia nein, Bewegung ja

War es ein Volks-Entscheid gegen Hochstapelei, verdient er Applaus.

Wolfgang Winheim | über das Nein zur Olympia

Die Steuerzahler, vor allem jene in Westösterreich, dürfen beruhigt sein. Mit ihrem Geld wird Wiener Großmannsucht nicht befriedigt, werden keine ausländischen Olympia-Bonzen bestochen, kann Wiens Bürgermeister Michael Häupl kein Denkmal in Form eines Superstadions gesetzt werden.

Die Wiener haben mit deutlicher Mehrheit gegen eine Olympia-Kandidatur für die Sommerspiele 2028 gestimmt.

War es ein Volks-Entscheid gegen Hochstapelei, verdient er Applaus. Steckt generelle Sportaversion dahinter, muss ich als Sportjournalist das klare Nein ebenso bedauern wie der oberste Rathausmann, obwohl wir 2028 vermutlich ohnehin keinen Ausgang vom Altersheim bekommen würden.

Häupl kam auf die Olympia-Idee sicher auch deshalb, weil er weiß, dass sich hierzulande bald nur noch mit internationalen Topveranstaltungen eine Verbesserung der Infrastruktur rechtfertigen lässt. Vielerorts ist das Kulturbudget längst höher als jenes vom Sport, der auch selbst schuld trägt (Fan-Skandale, überhöhte Gagen, Doping) an seinem Negativ-Image.

Doch hier sollen nicht Kultur und Sport auseinanderdividiert, sondern nur davor gewarnt werden, dass fehlende Sportplätze und übergewichtige Jugendliche den Staat längerfristig ähnlich viel Geld kosten wie eine absurde Olympia-Bewerbung. Nach deren Ablehnung gehört erst recht mehr Bewegung rein ins Land.